|
Module der Weiterbildung “Transpersonale Verhaltenstherapie”
Modul 1: Grundlagen und Praxis der kognitiven, achtsamkeitsbasierten und transpersonalen Verhaltenstherapie
Die Verhaltenstherapie konnte sich seit der kognitiven Wende in den 60er und 70er Jahren von ihrem negativen Image einer „Kaninchendressur“ endgültig befreien. Im Gegensatz zur Psychoanalyse basiert sie nicht auf einem geschlossenen System von Theorien und Methoden, sondern ist für neuere Entwicklungen (Humanistische, Existenzialistische und Transpersonale Psychologie) stets offen geblieben. Die nie endende Lernfähigkeit des Menschen (des Klienten wie auch des Therapeuten) charakterisiert das Menschenbild in der modernen VT.
Themen:
Die kognitive VT nach Beck und die Rational-Emotive VT nach Ellis
Selbstmanagement und Methoden der Selbstregulation
Die dritte Welle und neuere Entwicklungen in der Verhaltenstherapie
von der kognitiven zur transpersonalen Wende
Hirnforschung und Psychotherapie
Dekonditionierung und Selbsttranszendenz in der TVT
Transpersonal-behaviorale Modelle der Bedingungs- und Verhaltensanalyse
Modul 2: Vertiefung der Basiskompetenzen
Die Grundlagen der achtsamkeitsbasierten und transpersonalen Verhaltenstherapie werden vertieft. Dabei wird der Prozess von der spezifischen Bedingungs-, Symptom- und Verhaltensanalyse bis zur Transformation der problematischen Persönlichkeitsanteile bzw. „Figuren“ dargestellt und erprobt. Das ESPRIT- und das SIEG-Modell kommen zum Einsatz. Evokative Methoden zur Erweckung von transpersonalen Motivationen, die imstande sind, angstbesetzte, neurotische oder hinderliche Erlebens- und Verhaltensmuster durch eine förderliche Bewusstseinshaltung zu ersetzen, der positive, angemessene oder heilsame Gefühle und Handlungen folgen, spielen dabei eine wichtige Rolle.
Themen:
die Phasen des therapeutischen Veränderungsprozesses von der Stagnation zur Transformation und die zugeordneten Methoden im Sinne der TVT
Arbeit mit Metaphern, Symbolen und Visualisierungen
Meditative und kontemplative Methoden in der begleitenden und therapeutischen Arbeit mit Erwachsenen
Intuition und transpersonale Selbststeuerung
biografisches Neustrukturieren und transbiografisches Selbst- Verständnis
Modul 3: Behandlung personaler Krisen
Die psychischen Störungen laut ICD 10, die in Zusammenhang mit personalen Krisen stehen, werden anhand von Fallstudien ausführlich besprochen. Aus Sicht der Verhaltenstherapie werden für jedes Störungsbild bzw. jedes Problem bestimmte Methoden empfohlen. Solche Methoden können in ihrer Qualität, Anwendung und Wirkung noch verbessert werden, wenn die transpersonalen Ressourcen des Bewusstseins genutzt werden. Spezielle Methoden der achtsamkeitsbasierten und transpersonalen VT ergänzen das Spektrum.
Themen:
Abgrenzungen zwischen Gesundheit und Störung
psychische Störungen und indikationsspezifische Vorgehensweisen der “dritten Welle”
transpersonale Bedingungs-, Symptom-, Verhaltensanalyse und TVT bei den häufigsten psychischen Problemen und Krisen
TVT-Verläufe und Fallbesprechungen
Unterscheidung von Symptombekämpfung und Heilung
Perspektive der Integralen Gesundheit
Modul 4: Behandlung transpersonaler und spiritueller Krisen
Ein ganz besonderer, einzigartiger Indikationsbereich für die TVT besteht in der Behandlung von Sinnkrisen und spirituellen Krisen. Auch (oder gerade) wenn alles so läuft wie bisher, kann der Druck des unterdrückten bzw. ungelebten Potenzials der Seele so stark werden, dass eine Krise entsteht. Sinnkrisen, zu denen vor allem die noogenen Neurosen (nach Frankl) gehören, treten vor dem transpersonalen Erwachen auf. Sie sind ein Ausdruck von nicht beachteten Wachstumsbedürfnissen. Eine andere Art von Krisen wird durch plötzliche, von aussen kommende Veränderungen oder kritische Lebensereignisse ausgelöst. Von spirituellen Krisen ist die Rede, wenn bereits ein transpersonales Erwachen stattgefunden hat bzw. stattfindet und aufgrund dieser inneren, sich anbahnenden Verwandlung nichts mehr so erscheint wie vorher. Transpersonale Erfahrungen bringen nicht nur “Geschenke” mit sich, sondern sind meist mit erheblichen Anforderungen bzw. Herausforderungen verbunden. Während der Wandlungszeit einer spirituellen Krise muss das sog. Ich weiterhin die alltäglichen Anforderungen meistern, während es sich in einem Transformationsprozess befindet. Das ist vergleichbar mit einem Bahnnetz, das trotz verschiedener Baustellen und Umbaumassnahmen funktionieren muss.
Themen:
Symptome von Integrations- und Transformationsstau; die Stagnation der Normalität bzw. „Pathologie des Durchschnitts“
Unterscheidung von Krisen vor und nach dem transpersonalen Erwachen
Krisenmanagement-Soforthilfe
Krise als Ausdruck von ungelebtem Potenzial; optimale Nutzung des Wachstumspotenzials einer Krise
Sterbebegleitung des alten Egos und Geburtshilfe für das unkonditionierte, zukünftige bzw. zeitlose Selbst
Kartographie und Anwendung einer transpersonal-integrierten Verhaltenstherapie zur Behandlung verschiedener Krisen; Training und Fallstudien
Modul 5: Transpersonale Verhaltenstherapie im Kontext
Die Transpersonale Psychologie ist für viele Akademiker immer noch ein Fremdwort. Trotzdem ist sie schon längst für die nicht-therapeutischen Bereiche unserer Kultur eine richtungsweisende Kraft geworden.
Psychotherapie muss immer auch in einem kulturellen Kontext betrachtet werden. Sie beeinflusst kulturelle Entwicklungen vielleicht noch mehr, wenn auch subtiler, als andere Wissenschaften und Künste. Dieser Verantwortung müssen wir uns als Therapeuten stets bewusst sein. Kraft unseres Menschenbildes und unserer aktiven Aufmerksamkeit können wir sowohl eine neurotische Ichbezogenheit bei unseren Klienten fördern (wenn auch sehr humane Motive dabei eine Rolle spielen mögen), wie auch eine gesunde Integrität und Selbsttranszendenz.
Meine These lautet wie folgt:
Psychotherapeuten werden in der Zukunft ohne eine integrale Perspektive und Arbeitsweise, die neben personalen Kompetenzen und Ressourcen auch transpersonale Potenziale fördert und nutzt, nicht in befriedigendem Masse auf die Bedürfnisse ihrer KlientInnen eingehen können. Die Grenzen personaler Beeinflussung und Kontrolle auf privater, sozialer und materieller Ebene lassen sich auch durch herkömmliche Verhaltenstherapie, Psychoanalyse und andere personal orientierten Therapieverfahren nicht beliebig erweitern, sondern sind bereits zum heutigen Zeitpunkt für viele Menschen ausgereizt und erschöpft. Die Suche nach immer mehr Kontrolle und Sicherheit kennzeichnet die Kollektivneurose unserer Zeit. Eine quantitative Vergrösserung auf derselben Ebene kann nicht zu Heilung führen, sondern nur zur Aufrechterhaltung und Vermehrung von Neurotizismus. In dem Masse, wie die Transzendierung der „hautverkapselten“ Person gefördert und der Klient unterstützt wird, über das egozentrische Ich hinauszuwachsen, kann die moderne Psychotherapie auch in der Zukunft ihrer Aufgabe, die seelische Gesundheit wieder herzustellen, gerecht werden.
Themen:
Die spirituellen Wurzeln des Therapeuten-Berufes; “Bodhisattwa- Haltung”
Transpersonale Psychologie als Rückbesinnung auf die Wurzeln unseres therapeutischen Selbstverständnisses, als Spiegel unserer Zeit und als Motor zukünftiger Entwicklungen
die geschichtliche Entwicklung der Psychotherapieschulen im Überblick; gegenseitige Beeinflussung von Psychotherapie und Kultur
nicht-therapeutische Kontexte von transpersonaler Psychologie: Kunst, Musik, Politik, Wirtschaft, Philosophie, Sozialwissenschaften, Religion, Alchimie, Sport, Yoga, Gesundheitswesen / Psychohygiene
die wichtigsten Pioniere der transpersonalen Psychologie im interdisziplinären Kontext
die Bedeutung des kontemplativen und kreativen Raumes
Meditative Wege und die kontemplativen Traditionen (Taoismus, Buddhismus, Yoga, christliche und abendländische Mystik)
Gesamtkosten: 2000 Euro
Gesamtumfang: 20 Tage à 6 Stunden
zurück zur Startseite
|